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Weihnachtskonzert 2017

30.12.2017

Drensteinfurt - Mit einem gemeinsamen Weihnachtskonzert des Männergesangvereins (MGV) Drensteinfurt, des Kirchenchores St. Lambertus und des evangelischen Posaunenchores erlebten die rund 450 Besucher in der St. Regina-Kirche ein besonderes musikalisches Vorweihnachts-Geschenk. Drei Dirigenten und 74 Chorsänger präsentierten eine Klangfülle, wie sie in der Kirche selten zu hören ist.

 

Dass MGV und Kirchenchor ein gemeinsames Konzert gaben, sei dem Umstand geschuldet, dass der vierte Adventssonntag auf Heiligabend fällt, erklärte Josef Klein, erster Vorsitzender der Meistersänger des MGV, die ungewohnte Konstellation, die sich als Perle in der Vorweihnachtszeit entpuppen sollte.

Pfarrer Martin Goebel versprach nicht nur tolle Musik, sondern hob auch das schöne optische Bild hervor, das sich den Besuchern durch den in schwarz gekleideten Kirchenchor, dessen einziger Farbtupfer die türkisfarbenen Tücher der Frauen darstellte, vor den Sängern des MGV mit ihren roten Jacketts, bot. Dann bemerkte er augenzwinkernd: „Mehr Männer- als Frauenstimmen gab es im Kirchenchor noch nie.“

Mit „Tochter Zion“ stimmten alle Akteure gemeinsam auf den Abend ein, ehe der MGV unter Leitung von Thomas Módos zunächst seine einstudierten Lieder vortrug. Gut gewählt war das aus dem 15. Jahrhundert stammende „Es kommt ein Schiff geladen“. Durch die kräftigen und klaren Stimmen bekamen die alten Weisen eine ganz besondere Qualität. Ebenso schön das Lied „Auf gläubige Seelen“ und das sehnsuchtsvoll vorgetragene „Weihnachten bin ich zu Haus“. Beim russischen Vespergesang und „Jerusalem“ zeigten die Sänger des MGV, dass sie nicht nur gut artikuliert und textverständlich singen können, sondern auch die Dynamik beherrschen.

 

Adventskonzert mit MGV, Kirchenchor und Posaunenchor

Seit über 50 Jahren erfreut der Posaunenchor der evangelischen Kirche mit seiner Musik, am Sonntag waren sie mit Matthias Losinzky und seinem Vater und Vorgänger am Dirigentenpult, Dieter Losinzky, gleich mit zwei Dirigenten vertreten. Zum Konzert hatten sie eine moderne Vertonung des Liedes „Es ist ein Ros’ entsprungen“, mitgebracht, das sich inhaltlich auf Jesaja, Kapitel 11, bezieht. Harmonisch und kraftvoll ertönte der Klang der Blechbläser, der jedes weihnachtliche Konzert bereichert, auch beim „Fröhlich soll mein Herz springen“ und „Rendezvous for Brass“.

„Was wäre der Advent ohne Lieder und Gesang?“, fragte Gabriele Lassner, Vorsitzende des Kirchenchores St. Lambertus, in ihrer Einführung. Mit dem Zusammenspiel von MGV, Posaunenchor, Kirchenchor und Junger Kantorei gehe man über die Tradition der einzelnen Chöre hinaus. Das heimische weihnachtliche Liedgut müsse eigentlich zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt werden, so die Vorsitzende. „Spüren Sie die adventliche Erwartung nach etwas Großem und Einzigartigen?“, leitete sie den ersten Beitrag ein, den der Kirchenchor unter Leitung von Kantorin Miriam Kaduk alleine darbot. „Machet die Tore weit“, der anspruchsvolle, sechsstimmige Satz gefiel ebenso wie das getragene, in guter Intonation gesungene „Tröstet mein Volk“. Bei „O Heiland reiß die Himmel auf“, einem fordernden Lied, setzten nacheinander die Chorstimmen ein, wodurch, so Lassner, die Bitten verstärkt werden. Zart und lieblich trug der Chor „Es flog ein Täublein weiße“ aus dem 16. Jahrhundert vor, beschwingt die Lieder „Singet fröhlich alle Zeit“ und „Fröhliche Weihnacht überall“. Mit den Instrumentalisten und Chören mitsingen durften die Zuhörer beim „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“.

Harmonie und Gleichklang

Das Konzert gipfelte in dem Auftritt beider Chöre, von dem Gabriele Lassner versprochen hatte: „Die sonore Kraft der Männer trägt die Damen in höhere Sphären.“ Zusammen sangen sie „Hoch tut euch auf, ihre Tore der Welt“ und „Freue dich Welt, dein König naht“. Überraschend die wunderbare Harmonie und der Gleichklang der Sänger. Als dann „Wünsche zur Weihnachtszeit“ überwältigend gefühlvoll vorgetragen wurden, mochte wohl der eine oder andere eine Gänsehaut bekommen haben. „Nie wieder Hunger, nie wieder Leid, Friede auf Erden, weit und breit“, wer trägt nicht den gleichen Wunsch im Herzen?

Zum Schluss erhoben sich die Besucher von den Bänken, um sich mit kräftigem Applaus bei Sängern, Instrumentalisten und Chorleitern für die wunderbare Einstimmung auf das Weihnachtsfest zu bedanken, das durch die Zugabe „Heilige Nacht“ noch ein wenig greifbarer wurde.

 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Weihnachtskonzert 2017